Was wird als Nächstes zum Sammlerstück? Diese Objekte rücken gerade in den Fokus

Was heute noch in einer Schublade liegt, auf dem Dachboden steht oder als gewöhnlicher Gebrauchsgegenstand betrachtet wird, kann einige Jahre später für Sammler interessant sein. Sammlerstücke müssen nicht zwangsläufig klassische Antiquitäten sein. Auch vergleichsweise junge Objekte können Aufmerksamkeit gewinnen, wenn sie für eine bestimmte Zeit, einen bekannten Hersteller oder einen kulturellen Wandel stehen.

Doch welche Gegenstände haben das Potenzial, zu begehrten Sammlerstücken zu werden? Eine sichere Vorhersage gibt es nicht. Bestimmte Entwicklungen zeigen jedoch, warum einige Dinge plötzlich neu bewertet werden und andere trotz ihres Alters kaum gefragt sind.

Wann wird aus einem Gegenstand ein Sammlerstück? 

Alter allein macht noch kein Sammlerstück. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel verschiedener Eigenschaften. Seltenheit, Originalität, Zustand, Hersteller, Gestaltung und Herkunft können ebenso wichtig sein wie die aktuelle Nachfrage.

Hinzu kommt ein Faktor, der sich nur schwer messen lässt: die emotionale Bedeutung. Menschen sammeln häufig Dinge, mit denen sie Erinnerungen verbinden. Gegenstände aus der eigenen Kindheit oder Jugend können dadurch Jahrzehnte später wieder interessant werden.

Ein Objekt muss deshalb nicht 100 Jahre alt sein, um Sammlerwert zu besitzen. Gerade Stücke aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigen, wie schnell sich die Wahrnehmung verändern kann.

Kronleuchter „Domino“, 1970er Jahre, A. G. Sciolari,Designobjekte vergangener Jahrzehnte 

Möbel, Leuchten und Wohnaccessoires aus den 1960er- bis 1990er-Jahren gehören zu den Bereichen, bei denen sich ein genauer Blick lohnen kann. Besonders interessant sind die Originalentwürfe bekannter Designer und Hersteller. Ein Beispiel ist der Kronleuchter „Domino“ aus den 1970er-Jahren, entworfen vom italienischen Designer Angelo G. Sciolari. Er zeigt, wie ein Einrichtungsgegenstand durch einen bekannten Entwerfer und eine charakteristische Gestaltung  zum Sammlerstück werden kann. 

Charakteristische Formen, ungewöhnliche Materialien und eine Gestaltung, die eindeutig für eine bestimmte Epoche steht, können aus einem einst gewöhnlichen Einrichtungsgegenstand ein gesuchtes Designobjekt machen.

Wichtig sind dabei Details. Herstelleretiketten, Modellbezeichnungen, Signaturen und originale Bauteile können bei der Einordnung helfen. Deshalb sollten solche Kennzeichnungen auch bei älteren oder zunächst unscheinbaren Möbeln und Leuchten nicht vorschnell entfernt werden.

Bunte Designerspielzeug SammlungSpielzeug wird zum Zeitdokument 

Altes Spielzeug ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich der Blick auf Alltagsgegenstände verändert. Was ursprünglich zum Spielen produziert wurde, kann Jahrzehnte später Erinnerungen an eine ganze Generation wecken.

Modellautos, Eisenbahnen, Figuren, Puppen oder Baukästen können deshalb begehrt werden. Dabei geht es nicht nur um besonders alte Stücke. Auch Spielzeug aus den 1980er- und 1990er-Jahren rückt zunehmend in das Blickfeld von Sammlern. Das Designerspielzeug „Zolo 1“ von Higashi & Glaser aus den Jahren 1986 bis 1988 zeigt, wie Spielzeug zum Sammlerstück werden kann. 

Der Zustand kann hier eine große Rolle spielen. Originalverpackungen, Zubehör, Anleitungen oder vollständig erhaltene Serien können die Attraktivität eines Stücks erhöhen. Gleichzeitig gilt auch hier: Nicht jedes alte Spielzeug ist automatisch eine Rarität.

Bühnenanzug von Angus Young: 1994, Selbstportrait mit SignaturPopkultur wird sammelwürdig 

Musik, Film, Fernsehen und Unterhaltung haben eine enorme Menge an Gegenständen hervorgebracht, die ursprünglich nicht als langfristige Wertobjekte gedacht waren. Konzertplakate, Werbematerialien, Fanartikel, Schallplatten oder Gegenstände mit direktem Bezug zu Künstlern können später eine ganz andere Bedeutung erhalten.

Besonders interessant wird es, wenn die Herkunft eines Objekts eindeutig dokumentiert werden kann. Ein Bühnenanzug von Angus Young aus dem Jahr 1994 mit Selbstporträt und Signatur zeigt, wie ein vergleichsweise junges Objekt der Musik- und Popkultur zum Sammlerstück werden kann. Durch den nachweisbaren Bezug zu einem bekannten Musiker erhält ein solches Stück für Sammler eine ganz andere Bedeutung als gewöhnliche Kleidung aus derselben Zeit.

Vintage-Motorradplakat im RahmenAlte Werbung erzählt Alltagsgeschichte 

Werbeschilder, Verpackungen, Plakate und andere Reklameobjekte wurden früher häufig als Verbrauchsmaterial betrachtet. Sie sollten Aufmerksamkeit erzeugen und wurden anschließend entsorgt oder ersetzt.

Gerade deshalb können gut erhaltene Originale heute interessant sein.

Historische Werbung dokumentiert nicht nur Marken und Produkte, sondern auch Gestaltung, Sprache und Konsumgewohnheiten ihrer Zeit. Besonders charakteristische Motive oder selten erhaltene Stücke können dadurch zu gesuchten Sammlerstücken werden.

Auch jüngere Werbeobjekte sollten deshalb nicht grundsätzlich als wertlos angesehen werden. Das FAVOR-Werbeplakat aus den 1980er-/90er-Jahren nach Claude Matthey zeigt, wie auch ein späterer Nachdruck zum Sammlerstück werden kann. Was heute alltäglich erscheint, kann später ein authentisches Zeugnis seiner Epoche sein.

Technik von gestern kann morgen gesucht sein 

Telefone, Radios, Kameras, Plattenspieler und andere technische Geräte verlieren mit dem technischen Fortschritt häufig zunächst ihre praktische Bedeutung. Manche verschwinden beinahe vollständig aus dem Alltag und können gerade dadurch später wieder interessant werden.

Genau das kann sie später wieder interessant machen.

Dabei muss es nicht immer um die technisch leistungsfähigsten Geräte gehen. Für Sammler können ein besonderes Design, ein bekannter Hersteller, eine kurze Produktionszeit oder die Bedeutung eines Modells für die Technikgeschichte entscheidend sein.

Auch hier sind Vollständigkeit und Originalzustand wichtige Kriterien. Das AGFA Rapid Photo Hobby-Set aus den Jahren 1965–1973 zeigt dies besonders gut: Es ist vollständig erhalten und befindet sich in nahezu neuwertigem Zustand. 

Omega Flightmaster ArmbanduhrSchmuck und Uhren müssen keine Antiquitäten sein 

Bei Schmuck und Uhren zeigt sich ebenfalls, dass jüngere Stücke einen eigenen Sammlermarkt entwickeln können. Modelle aus den 1960er-, 1970er- oder 1980er-Jahren können heute wegen ihrer Gestaltung, Marke oder Seltenheit gesucht sein. Die Omega Flightmaster aus der Zeit um 1970 ist ein Beispiel dafür, wie eine charakteristische Armbanduhr ihrer Epoche zum Sammlerstück werden kann. 

Neben dem Materialwert spielen dabei weitere Faktoren eine Rolle. Ein charakteristisches Design, eine bestimmte Modellreihe, eine geringe Stückzahl oder ein bekannter Hersteller können für die Bewertung relevant sein.

Bei solchen Objekten lohnt es sich deshalb, nicht ausschließlich auf Goldgehalt, Edelsteine oder Alter zu schauen. Ein jüngeres Schmuckstück kann als Vintage-Sammlerstück interessant sein, obwohl es nach klassischer Definition noch keine Antiquität ist. Der Ring von Carrera y Carrera aus den 1980er-/1990er-Jahren aus 750er Gold mit Brillant zeigt, wie auch Schmuck jüngerer Jahrzehnte zum gesuchten Sammlerobjekt werden kann. 

Originalverpackungen und Zubehör nicht vorschnell entsorgen 

Ein häufig unterschätzter Punkt betrifft alles, was zu einem Gegenstand gehört. Kartons, Etuis, Zertifikate, Rechnungen, Bedienungsanleitungen und Zubehör wirken bei einer Haushaltsauflösung schnell wie überflüssiger Ballast.

Für Sammler können gerade diese Bestandteile interessant sein.

Sie helfen dabei, Herkunft und Originalität eines Objekts nachzuvollziehen und machen ein Ensemble vollständiger. Wer in einem Nachlass oder einer Erbschaft auf ältere Sammlerstücke stößt, sollte deshalb zunächst prüfen, welche Unterlagen und Zubehörteile dazugehören könnten.

Was heute niemand beachtet, kann morgen gesucht sein 

Welche Gegenstände künftig stärker in den Fokus von Sammlern rücken, lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen. Trends verändern sich, Generationen entwickeln unterschiedliche Interessen und manche früher beliebten Sammelgebiete verlieren wiederum an Bedeutung.

Trotzdem lassen sich Merkmale erkennen, die eine nähere Betrachtung sinnvoll machen: eine geringe Verfügbarkeit, ein bekannter Hersteller oder Designer, ungewöhnliche Gestaltung, guter Originalzustand, dokumentierte Herkunft oder eine besondere Verbindung zur Kulturgeschichte einer Epoche.

Deshalb lohnt es sich, vermeintlich gewöhnliche Gegenstände nicht ausschließlich nach ihrem Alter zu beurteilen. Zwischen alten Alltagsobjekten, Vintage, Antiquitäten, Designobjekten und Raritäten verlaufen die Grenzen fließend.

Sammlerwert lässt sich nicht am Alter ablesen 

Ob ein Gegenstand tatsächlich einen Sammlerwert besitzt, zeigt sich letztlich erst bei der Betrachtung des konkreten Stücks. Alter allein reicht für eine Einschätzung nicht aus.

Gerade bei einem Nachlass oder einer Erbschaft können sich zwischen alltäglichen Gegenständen Objekte befinden, deren Bedeutung auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Eine fachkundige Wertermittlung kann dabei helfen, solche Stücke richtig einzuordnen.

Suppes unterstützt Sie bei der Einordnung und Wertermittlung von Antiquitäten und Sammlerstücken sowie dabei, besondere Objekte zu finden und ihren historischen oder sammlerischen Kontext besser zu verstehen. 

Sie interessieren sich für Antiquitäten, Sammlerstücke und ihre Geschichten? In unserem Blog „Wissenswert“ finden Sie weitere Beiträge rund um besondere Objekte, Sammlerwert und Antiquitäten. 

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