Patek Philippe ist einer der traditionsreichesten Uhrenhersteller im Luxusuhrensegment. Gegründet wurde das Unternehmen bereits im Jahr 1839 durch den Polen Antoine Norbert Graf de Patek. Dieser ging eine Partnerschaft mit Jean-Adrien Philippe ein. Beide entwickelten einen besonderen Mechanismus, welcher die Uhrenwelt revolutionierte: sie erfanden die Aufzugskrone. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Uhren noch mithilfe eines externen Schlüssels aufgezogen.

Aufzugskrone einer Patek Philippe

Auch die Uhrzeit ließ sich nur durch Zuhilfenahme dieses Schlüssels verstellen. Durch die fest mit der Uhr verbundene Aufzugskrone war von nun an ein leichtes Aufziehen und Einstellen der Uhrzeit problemlos, jederzeit und –orts möglich. Im Jahr 1932 wurde das Unternehmen von der Familie Stern übernommen, welche bis heute im Besitz der Manufaktur ist. Eine weitere Entwicklung war im Jahr 1953 der automatische Rotor-Aufzug. Patek Philippe ist bekannt für seine Armband- und Taschenuhren, welche über verschiedenste sogenannte Komplikationen verfügen. Seit dem Jahr 2009 liegt die Führung des Unternehmens Patek Philippe in der Hand von Thierry Stern, womit es sich in der vierten Generation befindet.

Die Rolle von Genf für das Uhrmacherhandwerk

Genf ist die Heimat der größten Luxusuhrenhersteller wie Rolex, Baume & Mercier und auch Patek Philippe. Die Stadt ist weltbekannt für ihre Uhrmacherkunst. Das dort ansässige Handwerk hat Gütesiegel wie das Genfer Siegel und den Genfer Streifen eingeführt. Die Stadt war im 15. Jahrhundert ein wichtiger Handelsplatz und Austragungsstätte für Messen. Zudem liegt Genf geographisch gesehen sehr günstig. Im Verlauf des 16. Jahrhunderts lebte das Handwerk besonders im Bereich der Juweliere und Goldschmiede auf. Einen wichtigen Einfluss nahmen zudem auch die hugenottischen Flüchtlinge. Viele von ihnen waren gelernte Uhrmacher. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts hatte Genf sich bereits einen Namen gemacht und die Menschen stuften die dort hergestellten Uhren als besonders qualitativ ein. Den Grundstein für die bis heute andauernde Tradition und die Entwicklung zu einer nationalen Industrie legte die im Jahre 1601 gegründete „Meisterschaft der Uhrmacher von Genf“. Immer mehr Firmen wurden dort ansässig und hochrangige Wettbewerbe wurden ausgetragen.

Beliebtheit & Wert von Patek Philippe

Das Unternehmen Patek Philippe kreiert Uhren auf allerhöchstem Niveau. Immer wieder lassen sich die Uhrmacher neue Spielereien einfallen, um die gehobene Kundschaft zu begeistern. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Uhren einen besonders hohen Wert haben. Viele Uhren sind Sammlerstücke und werden von Generation zu Generation weitervererbt. Einige Stücke sind besonders selten, so dass die Nachfrage entsprechend hoch ist und die Preise für solch eine Rarität schnell in die Höhe schiessen. Hierzu passt auch der Werbespruch der Firma Patek Philippe. Die Uhrenmanufaktur wirbt mit der Aussage „Eine Patek Philippe gehört einem nie ganz allein. Man erfreut sich ein Leben lang an ihr, aber eigentlich bewahrt man sie schon für die nächste Generation.“ 

Die Twenty- 4 Kollektion gehört bis heute zu einer der beliebtesten Damenuhren von Patek Philippe

Letztendlich entsteht der Wert einer Patek Philippe aber auch durch die Einbringung der höchsten Handwerkskunst und der Finissierung, welcher jede Uhr unterliegt. Diese besondere Behandlung und Vollendung eines Chronographen ist zum einen eine besondere Gabe, zum anderen aber auch äußerst zeitaufwendig und arbeitsintensiv. Patek Philippe schmückt sich vor allem aber auch mit dem Einsatz von Komplikationen. Dies sind alle Funktionen, die über die übliche Funktion der Uhrzeitanzeige hinausgehen. Hierzu gehören zum Beispiel ein Jahreskalender, eine Zeitzonenanzeige oder der ewige Kalender. Ein hoch gesetztes Ziel von Patek Philippe ist es immer wieder, möglichst viele Komplikationen in einem Chronographen zu vereinen, was die Uhren selbst umso wertvoller macht.

Vorteile zur Konkurrenz

Patek Philippe-Uhren werden in Handarbeit sowie in unzähligen Handwerksschritten mit einer besonderen Liebe zum Detail hergestellt. So erhält jede Uhr eine sogenannte Handfinissierung. Hierunter versteht man die liebevolle Verzierung und Veredelung der Uhr. Dies erhöht zum einen die Funktionalität und genügt höchsten ästhetischen Ansprüchen. Gleichzeitig wird größter Wert auf Präzision gelegt und der Werterhalt einer Uhr auf Jahre hinaus gewährleistet. Bei der Finissierung werden kleinste Makel und Unebenheiten ausgeglichen, die den Gang des Uhrwerks negativ beeinflussen könnten. Dies gilt ausnahmslos für alle Teile der Uhr. Hierbei werden Techniken wie das Polieren, das Anglieren, das Kreissatinieren sowie der sanfte Schliff für den berühmten Genfer Streifen angewandt. Auch wird ein Schutz vor Oxidation hergestellt. Eine spezielle Politur sorgt für einen atemberaubenden Glanz des Chronographen. Um diese Fertigkeiten zu erwerben, ist eine jahrelange Ausbildung und Praxiserfahrung unerlässlich.

Auch urälteste Techniken kommen zum Einsatz. Oft sind die Makel mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen und können nur durch einen Spezialisten sorgfältig beseitigt werden. Diese erlernten Techniken sind auch unabdingbar, um schließlich wahre Meister- und Sammlerstücke zu kreieren. Viele Uhren sind zudem mit Edelsteinen, Emaille oder einer kunstvollen Marqueterie besetzt. Die menschliche Handfertigkeit im Bereich des Finishes ist dabei so perfektioniert, dass keine Maschine der Welt diese Handgriffe bewerkstelligen kann. Damit hat Patek Philippe ein Alleinstellungsmerkmal entwickelt, was weltweit einzigartig ist. Ausdruck dieses Patents ist das Patek Philippe Siegel, welches Garantie und Gütesiegel zugleich ist.

Besonderes Design: Uhren von Patek Philippe fallen auf

Patek Philippe hat sich selbst die strengsten Qualitätskriterien in der gesamten Uhrenindustrie auferlegt und erfüllt diese bis ins letzte Detail. Neben der Herstellung des Uhrwerks legt Patek Philippe aber auch einen besonderen Fokus auf die Entwicklung von Gehäuse und Armband. Die Herstellung des Gehäuses erfordert bereits einen Arbeitsumfang von etwa 50 Arbeitsschritten. Hierzu werden etwa 20 Spezialisten benötigt. Auch die Metallarmbänder sind nur in mehreren Arbeitsschritten herzustellen. Größter Wert wird hierbei neben der Funktionalität auch auf den Trage – und Bedienkomfort gelegt. Aber auch das Design muss den höchsten Ansprüchen genügen.

Die Wahl der Materialien muss besonders hochwertig sein und die Formen sollen elegant wirken. Materialien wie Edelsteine, die mit der Uhr verbunden werden, müssen von höchster Qualität sein. Ebenso ist die perfekte Platzierung des Dekors ein Muss. Auch für Gravuren werden besondere Techniken verwendet. Feinste Poliertechniken runden das Ergebnis ab. Jegliche Politurarbeit wird nur unter Benutzung von Handschuhen ausgeführt, da ansonsten kleinste Fehler entstehen könnten. Bis zur Auslieferung wird ein sogenannter „Bleu“ aufgetragen, ein Schutzlack. Besonders viel Handwerkskunst steckt auch in der Herstellung des Ziffernblattes. Dieser Bereich des Uhrmacherhandwerks ist ein eigenes Handwerk. Es gilt nicht nur ein optisch harmonisches und schönes Ziffernblatt zu gestalten, sondern auch ein gut lesbares. Bis das Ziffernblatt bei Patek Philippe fertiggestellt ist, dauert es zwischen vier und sechs Monaten. Die Arbeitsschritte liegen hierbei zwischen 50 und 200.

Die Herstellung folgt dabei einem genauen Plan, welcher penibelst einzuhalten ist. Diese insgesamt bis ins kleinste Detail festgehaltenen, ausgeführten und kontrollierten Handwerksschritte und Fertigkeiten verschaffen der Firma Patek Philippe ihren besonderen Wert und garantieren ein immer gleichbleibend hochwertiges Produkt. Die Wertbeständigkeit bzw. der Wertzuwachs wie auch die stetigen Innovationen machen das Unternehmen Patek Philippe so einzigartig und konkurrenzlos.

Patek Philippes Rolle für die Entwicklung des Uhrmacherhandwerks

Basierend auf der Idee, besonders komplizierte Uhren herzustellen, sind einige Modelle der Manufaktur in die Geschichte eingegangen. Einige Erfindungen wie die Aufzugskrone oder der automatische Rotor-Aufzug haben das Uhrmacherhandwerk revolutioniert. Ein Beispiel der Uhrmacherkunst ist das Modell Gyromax. Dieses verfügt über eine Vorrichtung, die den Drehradius feinreguliert. Ein weiteres Modell ist das Caliber 89, welches als die komplizierteste Taschenuhr der Welt vorgestellt wurde. Sie wurde zum 150. Jubiläum des Unternehmens entworfen. Die Uhr besteht aus 33 sogenannten Komplikationen und ganzen 1.728 Einzelelementen. Einige der teuersten Uhren der Welt stammen zudem aus dem Hause Patek Philippe, wie die Sky Moon Tourbillon Ref. 5002. Dieses Modell wird lediglich in einer Auflage von zwei Stück pro Jahr produziert und hat einen Wert von 1.000.000 CHF. Auch eine der flachsten Automatikuhren der Welt kommt aus dem Hause Patek Philippe. Die Produktion fing im Jahr 1977 an. Die Bauhöhe des Chronographen misst gerade einmal 2,4 mm.Mit dem 175-jährigen Jubiläum des Unternehmens ging die Grandmaster Chime in Produktion. Die besonderen Merkmale dieser Uhr sind zum einen eine akustische Anzeige des Datums sowie eine integrierte Weckfunktion, welche über die Minutenrepetition erfolgt.

Patek Philippe hat quasi den Grundstein für das Uhrmacherhandwerk gelegt, indem sie eine der ersten Schweizer Uhrenmanufakturen war und ihrer Handwerkskunst bis heute hin treu geblieben ist. Das Unternehmen hat sich aber nicht nur die Traditionen und Fertigkeiten bewahrt, sondern ist stetig bemüht um Neuheiten und Weiterentwicklungen. So entstand zum Beispiel im Jahr 1881 das Patent für eine Präzisions- Reguliervorrichtung. Auch der ewige Kalender für Taschenuhren wurde im Jahr 1889 von Patek Philippe entworfen. Weitere Patente folgten mit dem 1902 eingereichten Patent für den ersten Doppel-Chronographen. 1916 entsteht die erste komplizierte Damenuhr, welche über eine Fünfminuten-Repetition verfügt. 1923 kommt die erste Armbanduhr mit Schleppzeiger-Chronograph auf den Markt. Zwei Jahre später folgt die erste Armbanduhr mit einem ewigen Kalender. 1941 geht dieses Modell in Serie. Im Jahr 1944 erhält Patek Philippe den ersten Preis für Genauigkeit. 1956 entwirft Patek Philippe die erste vollelektronische Uhr. Es folgen im Jahr 1959 Patente für Uhren mit Zeitzonen. Ein weiterer Präzisionsrekord gelingt 1962 mit einem Tourbillon-Werk. 1977 folgt das Patent für das extraflache Kaliber 240.

Kaliber 240: 1977 stellte Patek Phillip das flachste Automatikwert aller Zeiten vor

Im Jahr 1986 geht ein weiteres Patent ein für den säkularen ewigen Kalender in Verbindung mit einer retrograden Datumsanzeige. Der komplizierteste Zeitmesser kommt 1989 mit der Calibre 89 auf den Markt. Dieser umfasst ganze 33 Komplikationen. Ein Patent für einen Jahreskalender folgt im Jahr 1996. Aus dieser Vielzahl von Erfindungen und Patenten wird deutlich, welche Vorreiterfunktion Patek Philippe hat und welch große Bedeutung das Unternehmen in der Entwicklung des gesamten Uhrmacherhandwerks über die Jahrhunderte und bis heute spielt.

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