Was ist eigentlich Sterling Silber?

Der Begriff Sterling Silber ist ein weit verbreiteter Ausdruck für Silber, dabei kennen nur wenige den Ursprung dieser Bezeichnung.

Als Sterling Silber wird eine Legierung bezeichnet, die 92,5% reines Silber enthält. Da der Feingehalt von Sterling Silber 925/1000 beträgt, wird es auch als 925er Silber bezeichnet.

Die restlichen 7,5% machen andere Metalle aus, meistens wird Kupfer verwendet. Sterling Silber lässt sich durch den Kupfergehalt in der Legierung einfacher bearbeiten als reines Silber, da es weicher ist. Allerdings ist es dadurch auch anfälliger für äußere Beschädigungen wie Kratzer oder Dellen.

Woher kommt der Begriff Sterling?

Im 8. Jahrhundert führte das angelsächsische Königreich Münzen in Form von Silber-Pennys mit einem Silbergehalt von 925/1000 ein. Dieser Silbergehalt wurde auch auf spätere Münzen übertragen, um den Edelmetallwert und damit die Qualität der Münzen nicht zu beeinflussen. Der Begriff Sterling fiel im 11. Jhd. zum ersten Mal und wird seit dem 13. Jhd. umgangssprachlich für Silber mit einem Feingehalt von 925/1000 verwendet.

Das englische Pfund, die älteste heute noch gebräuchliche Währung, wurde lange als Pfund Sterling (engl. „Pound Sterling“) bezeichnet, auch heute wird sie offiziell noch so genannt. Der Begriff Sterlingsilber wird heute aber meistens für 925er Silber genutzt, seltener für die englische Währung.

Wo findet man heutzutage Sterling Silber?

Sterling Silber findet man außer in Münzen in vielen Schmuckstücken, aber auch alltägliche Gegenstände können aus 925er Silber bestehen. In deutschen Haushalten ist Silberbesteck sehr beliebt. Dies besteht meist aus Sterling Silber, da es robust und langlebig ist und trotzdem seinen typischen Glanz behält.

Sehr beliebt sind Tablets und Etagere aus Sterling Silber. Diese, oftmals aus dem letzten Jahrhundert stammend, eignen sich gut zum Dekorieren von Küchen und modernen Haushalten.

In Schmuck findet sich Sterling Silber oft in Ringen und Ketten wieder. Silberschmuck ist auch heutzutage noch sehr beliebt, da die Materialkosten für Silber relativ gering sind, aus Silber aber hochwertiger und vielseitiger Schmuck hergestellt werden kann.

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Sterling Silber wieder zum Glänzen bringen

Egal, ob Schmuck oder Besteck – Sterling Silber sieht einfach viel besser aus, wenn es glänzt.

Silber läuft nach einer gewissen Zeit an, es bildet sich eine schwarze Schicht an der Oberfläche. Das ist ganz normal, durch die Reaktion des Silbers mit dem Sauerstoff in der Luft entsteht Silbersulfid. Und es ist nicht schwierig, diesen Belag zu entfernen und auch altes Silber wieder strahlen zu lassen.

Am einfachsten klappt dies mit einem Silbertuch. Silbertücher erhält man für ein paar Euro im Kaufhaus oder Drogeriemarkt, auch online gibt es zahlreiche Anbieter. Das Silber wird einfach mit dem Tuch abgerieben, und das im Tuch enthaltene Silberputzmittel trägt den Belag ab. Einen ähnlichen Effekt erreicht man auch mit einem Mikrofasertuch. Jedoch ist zu beachten, dass mit jeder Anwendung auch etwas Silber abgetragen wird.

Sterling Silber lässt sich ebenso auch elektrochemisch reinigen. Dazu wird der Gegenstand in Alufolie gewickelt und in ein Wasserbad mit Salz, Zitronensäure oder Natron gelegt. Schon nach kürzester Zeit beginnt das Silber, wieder zu glänzen.

Wer sein Silber öfters und ohne großen Aufwand reinigen möchte, sollte sich über die Anschaffung eines Silbertauchbades Gedanken machen. Diese sind für geringes Geld erhältlich und enthalten Thioharnstoff, welches das Silbersulfid angreift und das Silber wieder strahlen lässt.

Woran erkenne ich Sterling Silber?

Auch wenn Sterling Silber die beliebteste Legierung für Silber ist, ist es nicht immer am Aussehen zu erkennen. Sterling Silber ist meistens gekennzeichnet, es ist eine Punzierung vorhanden. Diese Stempelung findet man bei Besteck auf der Rückseite, bei Tablets und anderen Gegenständen an der Unterseite. Uhren sind rückseitig auf dem Deckel gekennzeichnet, Ringe an der Innenseite. Bei Ketten und anderen Schmuckgegenständen findet man die Punze meistens am Verschluss oder einer anderen unauffälligen Stelle.

925er-Punze bei Sterling Silber (Foto: Privat)

Die häufigste Kennzeichnung für Sterling Silber ist der „925“-Stempel. Diese drei Ziffern deuten auf den Silbergehalt von 925/1000 bei Sterling Silber hin. Finden sich andere Zahlen auf dem Gegenstand, so deuten diese normalerweise auf einen anderen Silbergehalt hin.

Im englischen Raum kennzeichnet der „lion passant“, ein von der Seite gesehener Löwe, als Stempel Sterling Silber.

Ist kein Stempel erkennbar, so kann dieser Abgenutzt oder nicht vorhanden sein, obwohl der Gegenstand Silber enthält. Dies kann mit einer Prüfsäure oder mittels Röntgenfluoreszensanalyse festgestellt werden.

Wie viel ist Sterling Silber wert?

Der Wert von Sterlingsilber ist meistens recht eindeutig. Da 925/1000 Teilen aus reinem Silber bestehen, muss lediglich der Silberanteil bestimmt und der Preis zum aktuellen, an einen festen Börsenwert gekoppelten Silberpreis berechnet werden.

Jedoch bestehen oft nicht alle Teile eines Gegenstandes aus Sterling Silber, in Schmuck sind meist Steine mit abweichendem Wert verarbeitet. Diese müssen entsprechend berücksichtigt werden, ebenso können sich verschiedene Teile eines Schmuckstückes im Silbergehalt unterscheiden.

Bei Besteck sollte zudem beachtet werden, dass Messer im Griff nicht aus reinem Sterling Silber bestehen, sondern meist einen Aluminiumkern haben.

Um den exakten Wert von Silbergegenständen herauszufinden, sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werde. Dieser kann den exakten Silbergehalt und den damit verbundenen aktuellen Wert bestimmen.

Bildquelle:
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